Ernährungs-Medizin
• Feuerwerk der Hormone von Marco Rauland(Hirzel-Verlag Stuttgart, 2007)
Der Autor ist Chemiker und in der Pharmaindustrie tätig. Was ihn vielen verdächtig machen könnte, hat aber auch einen enormen Vorteil. Rauland ist ganz zu Hause in der Welt der modernen Pharma- und Hormonforschung und lässt uns an diesem Wissen in gut nachvollziehbarer Art teilhaben.
Er demonstriert, wie weit die Wissenschaft heute Themen wie Glück und Zufriedenheit auf chemischer und molekularer Ebene durchschaut und führt uns in die Welt zauberhafter Hormone wie Serotonin und Dopamin ein, die für unsere Empfindungen von Glück und Zufriedenheit zuständig sind.
Aber auch Angst, Stress und Schmerzen zeigt er uns in ihren hormonellen und molekularen Hintergründen. In witziger und zugleich aufklärender Weise bringt er uns die Hormonbasis von Partnerschaft und Beziehung nahe, entschlüsselt die kleinen Unterschiede zwischen den Geschlechtern, etwa wenn er eine Studie präsentiert, die belegt, dass Frauengehirne nur halb soviel Serotonin wie die von Männern produzieren. Er entschlüsselt Amors Liebespfeile biochemisch und den Tanz der Hormone beim Sex – wie auch die erstaunlichen Nebenwirkungen der Antibabypille, die Frauen anders riechen lässt und auf für sie ungeeignete Männer programmiert.
Mir hat dieses Buch einiges erklärt und vieles erhellt, etwa wie viel wir einer ausgewogenen Versorgung mit Serotonin verdanken.
• Das Optimum: Die Sears-Diät von Barry Sears/Bill Lawren
(Econ-Verlag)
Der Autor verspricht ein Leben im Optimum, wenn man nur ein paar Kleinigkeiten in seiner Ernährung verändert. Sears geht davon aus, dass wir bei unserer Ernährung statt einem Verhältnis von 60:20:20 zwischen Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett lieber einem solchen von 40:30:30 folgen sollten und bei jeder Mahlzeit darauf achten sollten, dass sie diesbezüglich ausgewogen ist. Für viele Menschen mag das stimmen, vor allem für diejenigen, die auf Kohlenhydratzufuhr mit einem starken Insulinanstieg reagieren.
Im Insulin sieht Sears überhaupt den großen Feind der Gesundheit. Tatsächlich führt es im Überfluss zu vielen Problemen von der Insulinresistenz bis zu einem ungesunden Chaos unter den genannten Eicosanoiden, örtlich wirkenden Hormonen.
Leider ist die Diät in der Praxis dann doch nicht annähernd so leicht durchzuführen wie angepriesen, zumal die Übersetzerin mit veralteten Gewichtsangaben operiert. Was soll ein Österreicher oder Schweizer mit Pfundangaben? Selbst Deutschen fällt das nicht mehr leicht, noch diesem antiquierten System zu rechnen. Und rechnen muss man viel, wenn man diese Diät machen will.
Vor allem diejenigen, die rasch auf Kohlenhydrate hin zunehmen, könnten sich mit dieser anderen Gewichtung der Nahrungsbestandteile und der Schonung des Insulin-Mechanismus vor Schäden und Übergewicht schützen.
• Schlank im Schlaf von Detlef Pape
(GU-Verlag)
Das große Versprechen dieses Buches, das alle Dicken und Faulen magisch ansprechen muss, läuft auf einen einfachen, aber wirksamen Trick hinaus. Da der Genuss von Kohlenhydraten zu einer Insulinausschüttung führt, und dieses Hormon nicht nur die Zellen für Glucose öffnet, sondern auch für Fett verschließt, kann nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit für Stunden kein Fett verstoffwechselt werden. Wer Gewichtsprobleme hat, wäre daher gut beraten, am Abend keine Kohlenhydrate mehr zu sich zu nehmen.
So kann er nachts Fett verbrennen und seine Energiebilanz deutlich verbessern. Die anderen Ideen bezüglich Bewegungstraining sind richtig, aber gut bekannt.
