Mutter Erde setzt ein Zeichen

Liebe InteressentINNen meiner Arbeit,

diese intensive Zeit gibt uns viele Möglichkeiten zum Nachdenken über uns und unsere Welt und natürlich auch Chancen zu lernen. In Arabien wegen der isländischen Vulkan-Asche-Wolke gestrandet, hatte ich Gelegenheit einige Erfahrungen zu machen. Im letzten Jahr waren wir mit einer kleinen Gruppe in Island und erlebten, mit welcher Ruhe und Gelassenheit die Isländer, gerade von Ihren eigenen Finanzjongleuren in den Beginn der Finanzkrise gestürzt, mit den Naturgewalten umzugehen verstehen. In Island wissen sie seit Anbeginn der Zeiten, dass Mutter Erde lebt und wie lebendig sie jederzeit werden kann.
Mutter Erde hat mal wieder ein Zeichen gesetzt und „beglückt“ die Welt mit dieser Aschenspende aus ihren Tiefen in die Höhen des Himmels(vaters). Und alle haben es gehört und gesehen, aber wie verschieden haben wir reagiert? Und was haben wir daraus gemacht und gelernt?
Zuerst einmal gab es ein europaweites Flugverbot, unglaubliches Chaos und viele persönliche Erfahrungen. Selbst wo gar keine Aschenwolke vorhanden war, wurden von Beamten und Politikern Flüge gestrichen und Millionen Menschen dadurch zu einer neuen Erfahrung verholfen. In der ganzen Welt saßen laut CNN Millionen Menschen fest und kamen nicht mehr nach Hause.
Wir konnten also üben, wie es ist, nicht mehr heim zu können und was für Gefühle dabei aufsteigen…. Es war auch ein guter Test zu sehen, ob man in solcher Situation dazu neigt, die Ellbogen auszufahren und nur noch an sich zu denken, wie jene Hoteliers und Autoverleiher, die flugs die Preise für die Gestrandeten verdoppelten, um aus der Not Profit zu schlagen, oder ob man immer noch auch an andere denken und ihnen sogar helfen konnte, möglicherweise ganz konkret oder wenigstens durch Ruhe und Zuspruch.
Ich durfte gute Erfahrungen in unserer gestrandeten Ärztegruppe machen. Man half sich und kümmerte sich umeinander. Ärzte, das zeigte sich mal wieder, werden in Not und Unglück besser als ihr Ruf. Viele wollten in ihre Praxen voller Patienten zurück, aber immerhin 15 von 50 gingen einfach in die Entspannung und blieben auf dem Schiff, um 14 Tage später in Ruhe heimzukehren. Höhere Gewalt und die Erkenntnis eigener Ersetzbarkeit halfen. Andere versuchten das Unmögliche möglich zu machen und in Rücksicht aufeinander Fluchtwege nach Hause auszuhecken. Ein Kollegenpaar aus meinen Ausbildungen, die das Glück eines österreichischen Fluges und weniger Druck hatten, boten uns sogar einen Tausch an. Die Bürokraten der Airlines verhindern derlei und erlauben das nicht. Aber gutwillige Menschen sind dazu fähig, ihren sicheren Platz mit dem Chaos auf einem fremden Flughafen in Arabien zu tauschen, um jemandem einen großen Gefallen zu tun. Mich hat dieses Angebot sehr berührt. Und es war schön, das mail von den beiden zu erhalten, die als einzige von der ganzen Gruppe fast planmäßig nach Österreich kamen. Die Austrian Airlines war die einzige internationale Fluglinie, die schon früh die Bürokraten von Eurocontrol ignorierte und einfach flog, da ihre und Niki Laudas Testflüge keine Probleme ergeben hatten. Sie hatten früh die richtigen Konsequenzen gezogen im Hinblick auf die Gestrandeten und die eigenen Finanzen – eine Win-win-Situation.
Uns rettete schließlich der selbstlose Anruf einer Kollegin, dass es bei der Linie Emirates noch ein paar Plätze nach Rom gab. Frankfurt und den Interview-Termin beim ZDF hatten wir schon lange aufgeben müssen. Wir hechteten zum Flughafen Dubai und kamen tatsächlich auf die Warteliste nach Rom, was wir nicht einmal bei Istanbul und Athen, Beirut und Tanger geschafft hatten. Und als wir nach Stunden ungewissen Wartens unaufmerksam geworden waren, rannte eine mit uns wartende Kollegin zu uns und meldete, gerade jetzt ginge etwas nach Rom…. Und tatsächlich hatten wir Glück und die Fluglinie ein größeres Flugzeug als vorgesehen. So kamen einige mehr und auch wir – im letzten Moment – mit nach Rom, in die ewige Stadt und viel näher an der Heimat als wir erträumt hatten. Durch die Virtuosität meiner Partnerin Rita auf I-Phone und Laptop und den aufopferungsvollen Einsatz einer Freundin in Rom wurde dann doch noch – mitten in der Nacht - ein Bus mit 17 Plätzen gefunden und rasch fanden sich – von unserer Gruppe waren nur noch sechs dabei, im Chaos von Fiumicino, dem zu diesem Zeitpunkt nördlichsten offenen Flughafen 11 andere Gestrandete und wir erreichten in einer Nachtfahrt Österreich und schließlich München. Alle kamen heim und ich sogar rechtzeitig zu meinen ersten Vorträgen in Pasching bei Linz.
Alles also gut gegangen, aber da wären weitere wichtige Fragen: Wie ging es uns auf dieser Odyssee mit uns selbst und den anderen, dem Partner und der Gruppe, dem jeweiligen Land und seinen Leuten und den Menschen überhaupt?
Sind wir ins Projizieren zurückgefallen? Stoff gab es ja genug. Niki Lauda sagte schon sehr früh, dass es sich um eine Farce handle, wörtlich in der Tageszeitung „Österreich“: „Das war grundsätzlich der größte Fehler in der Luftfahrtgeschichte. Das war eine völlig überzogene Maßnahme ohne jegliche Daten…..“ und weiter „Es ist peinlich, dass wir in Österreich fliegen können, dort (er meinte Deutschland und Frankreich) aber nicht, obwohl dieselben Bedingungen herrschen.“ In österreichischen Zeitungen wird ganz offen vom Schildbürgerstreich einiger Bürokraten und verantwortungsscheuer Politiker geschrieben. Natürlich kann man über Politiker wie den deutschen Verkehrsminister nachdenken, der ganz offen sagte, dass er nichts entscheide, weil er sonst seinen Job riskieren würde. Vielleicht kann der Mann umgeschult werden auf einen weniger verantwortungsträchtigen Job?
Aber das ist eben alles Projektion und hilft letztlich nicht weiter.
Wir konnten mal kurz nicht abheben und vor allem nicht heim wie wir wollten. Und schon brach für viele der Ausnahmezustand aus.
Dabei hätte es viel schlimmer kommen können: Was wäre denn beispielsweise gewesen, wenn die Wolke giftig oder radioaktiv gewesen wäre, wenn wieder einer der baufälligen Atomreaktoren des ehemaligen Ostblocks hochgegangen wäre?
Wie wäre es den im Ausland Gestrandeten gegangen, die um ihre Lieben zu Hause gezittert hätten und denen erst, die nicht oder nicht schnell genug hinaus gekommen wären? Und es dann irgendwann doch, aber ziemlich verstrahlt geschafft hätten? Wie wären sie in der Fremde von den Fremden empfangen worden?
Wie würde es uns ergehen, wenn wir einmal irgendwo in der Ferne unter wirklich harten Bedingungen stranden würden und wie würden wir uns wohl verhalten? Hätten wir dann Freunde und würden mit offenen Armen aufgenommen?
Selbst in der Harmlosigkeit der jetzigen Situation wurde es für einige schon nach drei Tagen ziemlich ungemütlich und eng in der Ferne und die Duldung durch die Fremden nahm von Tag zu Tag ab… Einige von uns hatten so die Chance zu erleben, wie es ständig Millionen Flüchtlingen weltweit ergeht…. Das immerhin hat die Situation gezeigt, auch wir können rasch zu Flüchtlingen werden und überall auf der Welt stranden…. Wir könnten jetzt schon einiges dafür tun, um dann dort Freunde vorzufinden…
Wir haben eine Welt inszeniert, wo wir über solche Szenarien nachdenken müssten, sie sind leider vorstellbar. Und wir tun verblüffend wenig, sie zu verhindern und noch weniger, die Menschen der Welt zu unseren Freunden zu machen. Wer das Gefühl hatte, man habe sich jetzt nicht genug um ihn gekümmert als er gestrandet war, sondern sogar Kapital aus seiner schwierigen Situation geschlagen, könnte sich natürlich einmal fragen, wie sehr und wie weit er sich im allgemeinen um die Flüchtlinge und Heimatlosen dieser Welt kümmert….
Der deutsche Verkehrsminister hat seelenruhig Millionen in der ständigen Ungewissheit hängen lassen, um seinen Kopf zu retten. Eine Öffnung nach österreichischem Vorbild hätte ihn wörtlich „Kopf und Kragen kosten“ können. Wie würde denn so jemand in einem wirklichen Notfall reagieren? Spiegel online brachte die Überschrift Deutschland auf, zu, auf, zu…. CNN war noch realistischer: Deutschland zu 50 % auf, dann doch zu, dann doch ein bisschen auf, Erfurt für drei Stunden auf, in denen dann eine einzige Maschine landete, dann lieber doch wieder zu …..
All das ist deutbar und wir sollten das auch tun und uns die Lust, Schuld auf andere zu projizieren, verkneifen. Was hat mir persönlich die Aschenwolke gezeigt? In Bezug auf mich? In Bezug auf meine Partnerschaft? In Bezug auf meine Situation in dieser Welt?
So gibt uns das Aschen-Zeichen aus dem Innern der Mutter Erde, das sie mit ihrer unglaublichen Kraft noch immer an den Himmel malt, Stoff zum Nachdenken über uns und die Welt. Wir sollten mit der Deutung anfangen, bevor die Zeichen und die Konsequenzen herber und härter werden …..

Persönlich bin ich dankbar und froh, wieder heil zurück zu sein und wünsche auch allen Mitgefangenen, dass sie jetzt rasch heimkehren können und ein bisschen Zeit finden zum Verarbeiten und Nachdenken…
und ich darf Ihnen schon gleich wieder Vorträge halten in Österreich, der Schweiz und in Deutschland, wie auch Anfang Mai ein Seminar auf Spiekeroog
und jetzt wünsche ich Ihnen schon einmal frohe Pfingsten.


Ihr Ruediger Dahlke

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